Was war nochmal Corona? Es scheint aktuell weit weg zu sein, doch lohnt sich sicher ein kurzer Rückblick. Wir sind in der Jugendarbeit gut durchgekommen. Unsere Angebote, wie Kinderbibelwoche und Camp Crab, konnten unter Auflagen stattfinden. Auch kleinere Events, wie z.B. Cart fahren oder Weihnachts-Casino-Abend, etc. konnten wir durchführen, wenn auch oft mit „angezogener Handbremse“ aufgrund der Corona Bedingungen.

Im Auf und Ab von Öffnungen und Schließungen, verzeichnete die Kinderstunde im November und die Bubenjungschar 1 sogar Rekordzahlen. Teilnehmer kommen zurück und bringen andere mit!

Das ist jedoch nicht ein genereller Effekt. In anderen Kreisen sah es auch anders aus. Durch die zeitweise Beschränkung auf reine Onlineangebote, haben sich z.B. Teilnehmer und auch Mitarbeiter verabschiedet, die uns ans Herz gewachsen sind.

Andere wiederum ließen sich darauf ein und haben in unsere Gemeinschaft hineingefunden.

Der Jugendkreis wächst zurzeit. Wir treffen uns regelmäßig präsent und sind im Gemeindehaus aktiv. In letzter Zeit haben wir jedoch durchgängig Maske getragen. Man kann sich vorstellen, was das bei Sport und Spiel bedeutet! Trotz allem haben wir gemeinsam viel erlebt!

Zum Beispiel diese aktuelle Story aus dem Jugendkreis:

Jugendkreis auf „Verbrecherjagd“

1. Der gestohlene Cityroller

Es ist Freitagabend, der 25.2.2022 und Aufbruchstimmung im Jugendkreis. Ca. 15 Teilnehmer entscheiden sich plötzlich gleichzeitig zu gehen. Es ist so gegen 22:30 Uhr. Da geht die Türe auf, ein aufgelöster Teilnehmer kommt zurück und berichtet, dass sein Roller weg sei. Er hatte ihn direkt vor dem Gemeindehaus geparkt. Ich mache mich sofort auf den Weg nach draußen, da kommt schon die nächste Nachricht: Der Diebstahl sei beobachtet worden. Ich will genaueres wissen. Der Täter ist zwar auf frischer Tat ertappt aber mit dem Roller flüchtig.

2. Die Jagd

Es entsteht eine wilde Jagd durch Nufringen. Teilnehmer aus dem Jugendkreis verfolgen den Täter. Diebstahl in Nufringen? Die Typen kennen wir doch sicher?! Zu Fahrrad, Roller und zu Fuß wird gefahndet. Der Täter flüchtet durch die Straßen und Gassen, aber unsere Leute kennen sich besser aus. Ich versuche den Anschluss nicht zu verlieren, werde jedoch am Spielplatz abgehängt. Die Lage ist unübersichtlich, spielt sich aber irgendwie in der Nähe ab. Ich gehe zum Gemeindehaus, um nähere Informationen zu erhalten. Den Roller hat der/ die Täter schon längst weggeworfen, doch das hilft ihm wenig. Sie werden weiterhin verfolgt. Schließlich werden sie an der Hauptstraße bei der Bushaltestelle gestellt.

3. Deeskalation

„Komm schnell, es gibt eine Schlägerei. Unsere Leute werden alle verschlagen.“
Ich fahre mit dem Auto hinterher. Es ist nicht weit und lange nicht so bedenklich, wie geschildert.
Inzwischen sind alle da und bilden eine Traube an der Hauptstraße.
Einer der Täter, ca. 17 Jahre, ist etwas aufgekratzt und nach der Jagd emotional geladen. Der andere ist weitaus ruhiger und besonnener. Ich spreche mit ihm, bis sie abziehen. Ich verabschiede meine Leute aus dem Jugendkreis in die andere Richtung und wünsche ein schönes Wochenende.

Vielleicht wäre es doch gut gewesen noch mal nach den Tätern zu schauen, wer weiß, was sie sonst noch anstellen. Ich fahre auf der Hauptstraße hinter ihnen her, spreche noch einmal mit ihnen. Sie sind nicht aus Nufringen. Biete an, sie heimzufahren, ohne Erfolg.
Zurück am Gemeindehaus höre ich plötzlich wieder wildes Jagen. Die Täter kommen zwischen Gemeindehaus und Pfarrhaus angeschossen und biegen ins Pfarrgarten- Gässle ab. Hinter ihnen unsere Leute (die ich eigentlich verabschiedet hatte?) und mittendrin zwei – Polizeibeamte!

Ein Streifenwagen fährt in die enge Gasse. Ein weiterer fährt vorne die Straße entlang. Die Täter mitsamt Beamten verschwinden am Bahndamm. Der Jugendkreis bleibt am Gemeindehaus. Über Funk hören wir noch etwas über Fahndung mit Hundeführern.
Sie werden nicht geschnappt.

4. Die Vernehmung

Die Aufregung ist groß. Sehr akribisch werden die Zeugenaussagen unsrer Leute aufgenommen:
Beamter: „Herr B. sind sie ledig, verheiratet, geschieden, verwitwet?“
Zeuge: „Ähm, ich bin 16.“

Keiner kam zu Schaden. Auch der Roller ist wieder da.
Warum nur der große Polizeiaufwand- und wer hat sie gerufen?

5. Die Auflösung

Bei der Ansammlung an der Hauptstraße (s.o.) hatte ein aufmerksamer Mitbürger die Polizei informiert. Er meldete scheinbar eine Schlägerei von 50- 60 Personen in Nufringen. Da zudem Faschingszeit war, löste das jedoch einen etwas größeren Einsatz der Polizei aus.

Dank & liebe Grüße an unseren Freund und Helfer, ihr wart unser Highlight!

Ein absolut aufregender Jugendkreis!!!

Jugendreferent Martin Faiß